Verdiente Kollegin im Ruhestand

Verdiente Kollegin im Ruhestand

Ulrike Fink. Lehrerin mit Herz und Seele.
Wer unterrichtet, verpflichtet sich der Zukunft. Kaum jemand hat sich diesen Grundsatz so zu Herzen genommen wie unsere Kollegin Ulrike Fink, die dieses Jahr mit 65 Jahren in Pension gegangen ist. Ulrike war mehr als eine Lehrerin. Sie war Begleiterin auf zahlreichen jungen Lebenswegen und sorgt noch heute für ein Lächeln im Gesicht all jener – oder zumindest der meisten – die sie in den vielen Jahren, die sie unterrichtete, zu ihren Schülerinnen und Schülern zählen durfte. Mit Engagement und ganz viel Herzblut hat sie es immer wieder geschafft, zu motivieren, anzuspornen und auch in heiklen Situationen immer mit Maß und den richtigen Maßnahmen Lösungen zu finden. Dabei ließ sie viel von ihrer Persönlichkeit einfließen, die sie bis zum Schluss immer weiter entwickelte. Denn Ulrike war und ist heute noch neugierig auf das Leben. So hat sie schon damals vor mehr als zwei Jahrzehnten mit ihrem modernen und gerechten Unterricht begeistert, erzählt Daniel Aniser, der bis vor kurzem ihr Kollege an der NMS 2 in Wörgl war und einmal selbst zu ihren Schülern gehörte. Bis zuletzt hat sie sich nie gescheut, Neues zu lernen, hat neue Technologien begrüßt und war immer offen für Vorschläge, Anregungen und Ideen von Kollegen- und Schülerseite. Die NMS 2 profitierte nicht nur von ihren bemerkenswerten Fähigkeiten als Lehrerin – auch ihr grüner Daumen trug zum schönen Gesamtbild der Schule bei, denn Ulrike kümmerte sich bis zum Schluss liebevoll um die Pflanzen im Haus.

Bei der Schlusskonferenz wurde Ulrike Fink von ihren Kollegen verabschiedet.
Ulrike Fink war damals Englisch-Lehrerin von Daniel Aniser. Heute sind beide Team-Teaching Kollegen und unterrichteten gemeinsam Mathematik.

Vielseitigkeit als Stärke
Ulrike ist in ihrer Zeit als Lehrerin viel herumgekommen. Ihre Lehrerausbildung machte sie damals in Graz. Es folgte ein einjähriger Auslandsaufenthalt in den USA.  Das erste Mal richtig zur Sache ging’s dann an der HS 3 Feldkirchen/Ossiacher See, wo sie neben M, GW, GZ, BS, E und ME vor allem als Turnlehrerin glänzte und mit ihren Schüler_innen viel Zeit in der Halle, auf Sportplätzen, in Schwimmbädern und auf der Piste verbrachte. Berufsbegleitend machte sie die Zusatzausbilung für Leibesübungen in Klagenfurt.
Damals hat sie ihre Zeugnisse noch von Hand geschrieben – und das bei Klassenschülerzahlen von bis zu 40. Zuletzt an der NMS 2 in Wörgl war sie dann sogar auf Notengebung via iPad umgestiegen. Nach ihrer Zeit in Feldkirchen ist sie endlich in Tirol angekommen – und bis zum Eintritt in den Ruhestand im Sommer 2018 geblieben. Sie unterrichtete 6 Jahre an der HS Breitenbach GW, BS und E in allen drei Leistungsgruppen, bevor es aufgrund der beruflichen Situation ihres Mannes erst mal nach Deutschland ging. Anschließend – im Jahr 2006 – kam Ulrike an die NMS 2 in Wörgl, wo sie M, GW und Sport unterrichtete – und lebte damit eine Leidenschaft für ihre Fächer, die sich bis zu ihrem letzten Schultag nicht verändert hat und die sie auch in ihren Ruhestand begleiten wird.

Durchsetzungsvermögen, Weitsicht und der Mut.
Ulrike traute sich, die Dinge auf ihre Art handzuhaben – die Führung zu übernehmen und auf eigene Faust Erkundungen anzustellen. Noch heute erinnern sich Schülerinnen und Schüler an ihre Führungen durch die bayerische Landeshauptstadt oder die KZ Gedenkstätte Mauthausen, die sie mit interessanten Anekdoten und spannenden Details zu kurzweiligen Erlebnissen machte. Ihr Können, auch komplizierte Gegenstände auf einfachste Weise zu erklären, gehörte klar zu ihren Stärken. „Manchmal bin ich staunend dagestanden, vielleicht sogar mit offenem Mund“, erinnert sich Daniel Aniser, der gemeinsam mit Ulrike Mathematik unterrichtete. „Da hab ich sogar mein Handy zum Filmen rausgeholt – ich denke, jeder kann etwas von Ulrike lernen.“
Bis zum Sommer 2018 war sie voller Energie, Elan und Begeisterung dabei. Sie stand für Gerechtigkeit ein und behandelte Schüler_innen mit Respekt und viel Verständnis – und wenn man Ulrike fragt, warum das so war, weiß sie darauf gleich eine Antwort: „Ich habe meinen Beruf geliebt, weil ich das gesamte Spektrum meines Wissens, meine Interessen und Lebenserfahrungen sowie meine Persönlichkeit in meine Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen einbringen konnte.“

In diesem Sinne wünschen wir Ulrike nur das Beste für ihren weiteren Lebensweg – und das im Namen von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen.

Danke für all die vielen guten Jahren, die gute Zeit und die vielen tollen Momente.